KI und Führung - “trainierbar”?
Ich bin kürzlich über ein Zitat im Microsoft Copilot Usage Report 2025 gestolpert, das mich ehrlich beschäftigt hat:
“We are not just using AI to do our work faster; we are using it to navigate the complexities of being human, one prompt at a time.”
Ich verarbeite solche Dinge gerne bei einem Lauf in der Natur („Ich kenne keinen Gedanken, der so schwer wäre, dass man ihn nicht im Gehen loswürde“ – Kierkegaard). Und was dem berühmten dänischen Philosophen das Gehen war...scheint vielen von uns die KI zu werden:
Viele Menschen nutzen KI längst nicht mehr nur, um Aufgaben schneller zu erledigen. Sie nutzen sie, um nach Orientierung zu suchen.
Nicht nur: „Wie mache ich das?“
Sondern immer öfter: „Soll ich das so machen?“
Diese Verschiebung von Information zu Advice ist aus meiner Sicht keine technische Entwicklung. Sie ist eine Führungsfrage.
Denn wenn KI zum Ratgeber wird, stellt sich neu:
· Wer trifft am Ende Entscheidungen?
· Wer trägt Verantwortung?
· Und was heißt eigentlich gute Führung, wenn Antworten immer verfügbar sind – aber Orientierung nicht?
Genau darüber spreche ich aktuell in einem Fortbildungsprogramm mit den Top-Führungskräften eines Kunden. Nicht über Tools oder Prompts, sondern über Haltung, Urteilskraft und Verantwortung – auf Ebene der Organisation, der Führung und des Einzelnen.
🔹 Organisation: Wie gestalten wir Strukturen, Richtlinien und Governance, die KI-Nutzung nicht nur erlauben, sondern klug führen?
🔹 Individuum: Wie stärken wir Urteilskraft, Verantwortungsbewusstsein und Selbst-Reflexion in Zeiten, in denen Algorithmen zum vertrauten Ratgeber werden?
🔹 Führung: Wie bleibt Führung „Leadership“, wenn Mitarbeitende KI nicht nur als Tool, sondern als Partner in Entscheidungen erleben?
KI verändert nicht nur was wir tun – sie verändert, wie wir denken, fragen und uns orientieren. Und Führung in diesem Kontext heißt nicht: besser steuern. Es heißt: Bedeutung stiften. Vertrauen gestalten. Entscheidungen verantworten.
Ich glaube, Führungskräfte, die diese Qualitäten kultivieren, werden in den kommenden Jahren maßgeblich über die Zukunftsfähigkeit ihrer Organisation entscheiden.
KI verändert nicht nur Arbeit.
Sie verändert, wie Menschen denken, zweifeln und entscheiden.
Wer Führungskräfte gut in dieses Zeitalter begleiten will, sollte genau dort ansetzen.
Wenn du dazu im Austausch bleiben möchtest oder wissen willst, wie solche Programme aussehen können: Schreib mir gern.